FAQ
Sie haben noch Fragen?
Wann brauche ich einen Energieausweis?
Bei Neubauten, größeren Renovierungen, beim Verkauf oder bei der Vermietung. In öffentlichen Gebäuden über 250 m² muss dieser ausgehängt werden.
Was zeigt der Energieausweis?
Er bewertet die Energieeffizienz eines Gebäudes: Heizwärmebedarf (HWB Ref,SK), Primärenergiebedarf, CO₂-Emissionen und den Gesamtenergieeffizienz-Faktor (fGEE).
Seit wann gilt der Niedrigstenergie-Standard?
Seit 2021 sind Neubauten in Österreich als Niedrigstenergiegebäude auszuführen – mit sehr niedrigem Energiebedarf und erneuerbarer Haustechnik.
Wer kontrolliert die Qualität?
In der Steiermark prüft eine zentrale Stelle die Energieausweise. Grundlage ist die OIB-Richtlinie 6.
Was ist ein Niedrigstenergiegebäude?
Ein Gebäude mit sehr geringem Energieverbrauch, der Großteils durch erneuerbare Energien gedeckt wird. Es senkt Kosten und steigert den Wert.
Tipps für energieeffizientes Bauen?
- Kompakte Bauform mit wenig Oberfläche
- Südorientierte Fensterflächen
- Hochwertige Dämmung
- Luftdichte Gebäudehülle
- Moderne Haustechnik (z. B. Wärmepumpe + PV)
Was bringt eine klimaaktiv-Zertifizierung?
Gebäude nach klimaaktiv Standard (Bronze, Silber, Gold) haben geprüfte Qualität, ein nachweislich behagliches Wohnklima und werden oft besser gefördert.
Warum überhitzen Gebäude im Sommer?
Durch große sonnenexponierte Glasflächen und fehlender, außenliegender Verschattung, geringe Speichermassen und mangelnde Nachtlüftung.
Was hilft dagegen?
- Außenliegender Sonnenschutz (Rollläden, Markisen)
- Nachtlüftung oder automatische Systeme
- Massivbauweise für Wärmespeicher
- Gute Fensterqualität (richtiger g-Wert)
- Bäume, Balkone oder Dachvorsprünge zur Verschattung
Was ist ein Blackout?
Ein großflächiger, länger andauernder Stromausfall, der auch die Wasserversorgung, Heizung, Bankomaten, Internet und Verkehr lahmlegt.
Wie lange dauert ein Blackout?
Von einem Blackout spricht man bei einem großflächigen Ausfall von mehr als einem Tag, möglicherweise dauert ein solcher Fall aber deutlich länger.
Wie kann ich vorsorgen?
- Vorräte für ca. 2 Wochen (Wasser, Lebensmittel, Medikamente)
- Taschenlampen, Kerzen, Radio mit Batterien
- Warme Kleidung, Decken, Notheizmöglichkeit
- Bargeld in kleinen Scheinen
- Treffpunkt für Familie/Nachbarn vereinbaren
Wann lohnt sich ein Fenstertausch?
Wenn alte Fenster undicht sind, Beschläge defekt oder die Verglasung nicht mehr den heutigen Standards entspricht. Neue Fenster mit Wärmeschutzverglasung senken Heizkosten und erhöhen Behaglichkeit.
Was ist beim Fenstertausch wichtig?
- Gesamt-U-Wert unter 0,8 W/m²K
- Luftdichter Einbau nach ÖNORM B5320
- Anpassung des Lüftungsverhaltens (regelmäßig stoßlüften!)
- Idealerweise gleichzeitige Fassadendämmung.
Was sind Ursachen für feuchte Wände?
- Aufsteigende Bodenfeuchte
- Seitlich eindringendes Wasser (Dach, Rohre, Regenrinnen)
- Kondensation durch kalte Oberflächen
- Falsches Lüften (z. B. Keller im Sommer).
Wie wird Schimmel vermieden?
- Luftfeuchtigkeit unter 60 % halten
- Stoß- und Querlüften statt Fenster kippen
- Möbel mit Abstand zu Außenwänden stellen
- Räume nicht stark auskühlen lassen.
Wie entfernt man Schimmel dauerhaft?
Nur indem die Ursache (Feuchtigkeit!) beseitigt wird. Kleinere Flecken können entfernt werden, bei großflächigem Befall unbedingt Fachleute hinzuziehen.
Was ist der U-Wert?
Der U-Wert (W/m²K) gibt an, wie viel Wärme durch 1 m² Bauteil verloren geht bei einer Temperaturdifferenz von 1 Kelvin zwischen den beiden Oberflächen. Je niedriger, desto besser ist der Wärmeschutz.
Welche Vorteile bringt eine gute Dämmung?
- Weniger Heizkosten
- Höhere Behaglichkeit (keine kalten Oberflächen)
- Besserer Wiederverkaufswert
- Schutz vor Schimmel.
Was sind empfohlene Dämmstärken?
- Außenwand: mind. 14 cm
- Dachschrägen: > 24 cm
- Kellerdecke: mind. 10 cm
- Oberste Geschossdecke: > 24 cm
Wie dämme ich die Außenwand richtig?
Am besten mit einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) oder hinterlüfteter Fassade. Innendämmung nur bei Denkmalschutz – mit viel Sorgfalt, da feuchteanfällig.
Welche Dämmstoffe sind ökologisch?
Hanf, Flachs, Schafwolle, Zellulose, Holzfaser oder Mineralschaumplatten. Diese sind diffusionsoffen und verbessern auch den sommerlichen Hitzeschutz.
Wie dämme ich Dachschrägen?
Kombination aus Zwischensparrendämmung und Aufsparrendämmung. Wichtig: Dampfbremse lückenlos verlegen, sonst drohen Schäden.
Was bringt die Dämmung der obersten Geschossdecke?
Eine der kostengünstigsten und effizientesten Maßnahmen. Sofort spürbar mehr Behaglichkeit und bis zu 25 % weniger Heizkosten.
Lohnt sich die Dämmung der Kellerdecke?
Ja: Bis zu 10 % weniger Energieverlust und warme Böden im Erdgeschoß. Wichtig: nur auf trockene Bauteile dämmen!
Gibt es "atmende Wände"?
Nein. Wände können kaum Luft austauschen – weniger als 1 % der Luftfeuchtigkeit entweicht durch Diffusion. Für einen notwendigen Luftaustausch ist Lüften unerlässlich. Dämmung verhindert also kein "Atmen", sondern steigert Komfort und senkt Kosten.
Wann sollte ich meine Heizung tauschen?
Ab ca. 15 Jahren ist ein Kesseltausch sinnvoll. Moderne Geräte sparen 20–40 % Energie. Bei Altbauten lohnt es, vor dem Tausch auch die Dämmung zu verbessern.
Welche Heizsysteme gibt es und was passt zu mir?
- Pellets, Hackschnitzel, Stückholz: CO₂-neutral, günstig im Betrieb, brauchen Lagerraum.
- Wärmepumpen (Erdwärme/Luft): bei entsprechend gutem Gebäudestandard sehr effizient, daher ideal für „Niedrigenergiehäuser“.
- Fernwärme: bequem, platzsparend, regional unterschiedlich verfügbar.
- Gas- und Ölkessel: komfortabel, aber fossile Systeme sind langfristig nicht mehr zukunftsfähig.
Welche Faktoren sollte ich beim Heizungstausch beachten?
- Verfügbarkeit der Energieträger vor Ort
- Technische Voraussetzungen (Kamin, Lagerraum, Abgabesystem)
- Persönlicher Komfortwunsch (automatisch vs. manuelles Heizen)
- Förderungen von Bund, Land und Gemeinde
Wie kann ich meine bestehende Heizanlage effizienter machen?
- Hydraulischer Abgleich (gleichmäßige Wärmeverteilung)
- Heizkurve anpassen (richtige Vorlauftemperatur)
- Thermostatventile einsetzen
- Heizleitungen, Speicher und Armaturen dämmen
Was bringt ein hydraulischer Abgleich?
Er sorgt dafür, dass alle Heizkörper die richtige Wassermenge erhalten. Ergebnis: weniger Energieverbrauch, mehr Komfort, keine Strömungsgeräusche.
Wie viel spare ich mit einer neuen Heizungspumpe?
Alte Pumpen brauchen bis zu 600 kWh Strom/Jahr. Moderne Hocheffizienzpumpen kommen mit < 100 kWh aus – Einsparung bis 80 %, Amortisation oft nach 2–4 Jahren.
Lohnt sich eine Photovoltaikanlage?
Ja! PV liefert sauberen Strom, ist leise und wartungsarm. Eine Südausrichtung bringt bis zu 1.100 kWh/kWp pro Jahr. Die Investition rechnet sich meist in rund 10 Jahren.
Welche PV-Technologien gibt es?
- Monokristallin (sehr effizient, lange Lebensdauer)
- Polykristallin (etwas günstiger, robust)
- Dünnschicht (niedriger Wirkungsgrad, Nischenanwendung)
Macht ein Stromspeicher Sinn?
Ja, Speicher erhöhen Eigenverbrauch und Unabhängigkeit. Optimal dimensioniert: ca. 1–1,5 kWh Speicher pro kWp PV-Leistung. Bei hohen Strompreisen sind Stromspeicher zusätzlich wirtschaftlich sehr attraktiv.
Was taugen Infrarotpaneele?
IR-Paneele geben angenehme Strahlungswärme ab und sind für Niedrigstenergiehäuser interessant. Im unsanierten Altbau drohen aber hohe Stromkosten. Wichtig: richtige Dimensionierung und Platzierung.
Was bringt eine Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung?
- Frische Luft rund um die Uhr
- 70 % weniger Lüftungsverluste
- Schutz vor Schimmel
- Gleichmäßiges Raumklima
- Weiters:
- Voraussetzung: luftdichte Gebäudehülle
- Kosten liegen bei ca. 10.000–15.000 €
Wie funktioniert eine Wärmepumpe?
Sie entzieht Wärme aus Erde, Wasser oder Luft und hebt sie mit einem Kompressor auf ein höheres Temperaturniveau. So werden aus 1 kWh Strom bis zu rund 4 kWh Wärme. (Bei Luftwärmepumpe in der Regel 1:3, bei Erdwärme auch höhere Werte bis 1:4,5 realistisch)
Welche Systeme gibt es?
- Sole-Wasser (Flächen- oder Grabenkollektor, Tiefenbohrung)
- Wasser-Wasser (Grundwasserbrunnen, genehmigungspflichtig)
- Luft-Wasser (einfach, aber weniger effizient bei Temperaturen unter 0 Grad)
Was ist die Jahresarbeitszahl (JAZ)?
Die JAZ beschreibt, wie effizient die Wärmepumpe im realen Betrieb arbeitet. Dabei wird die über einen längeren Zeitraum (Regel = 1 Jahr) erzeugte Wärmemenge durch den dafür erforderlichen Stromeinsatz, jeweils in kWh, dividiert. Werte über 4 gelten als sehr gut.
Wann lohnt sich eine Wärmepumpe?
- Bei gut gedämmten Gebäuden
- Mit Niedertemperatur-Heizsystem (Fußboden-/Wandheizung, Vorlauftempertur < 40 °C)
- Wenn Ökostrom genutzt wird und Förderungen beantragt werden
Wozu dienen Pufferspeicher?
Sie speichern Wärme aus dem Kessel oder der Wärmepumpe zwischen und geben sie gleichmäßig ab. Pro kW Kesselleistung sind 50–70 Liter Speicher empfohlen.
Was ist ein Hygienespeicher?
Ein Pufferspeicher mit integriertem Edelstahlrohr für Warmwasser. Vorteil: keine stehenden Wassermengen, weniger Legionellenrisiko.
Wann brauche ich einen Solarspeicher?
Wenn eine thermische Solaranlage angeschlossen ist. Typische Größen für Einfamilienhäuser: 400–600 Liter.
Was ist ein Schichtladespeicher?
Ein (Warmwasser-)Speicher, der Warm- und Kaltwasser innerhalb des Speichers entsprechend schichtet, um Energieverluste zu minimieren. Besonders effizient bei Wärmepumpen und Holzheizungen.
Was bringt eine thermische Solaranlage?
- Deckt bis zu 70 % des Warmwasserbedarfs im Jahr
- Spart Heizkosten & CO₂
- Ideal für Warmwasser, Heizungsunterstützung oder Poolerwärmung
Wie groß soll meine Solaranlage sein?
Richtwerte:
- 4–8 m² Kollektorfläche für Warmwasser (2–4 Personen)
- 15–30 m² für Warmwasser + Heizungsunterstützung
Welche Kollektortypen gibt es?
- Flachkollektoren (Standard, günstig)
- Vakuumröhrenkollektoren (effizienter, teurer)
- Kunststoffabsorber (nur für Pools)
Wie finde ich heraus, ob mein Dach geeignet ist?
Mit dem
SolarTool (gis.stmk.gv.at). Dort sieht man, welche Dachflächen sich für PV oder Solarthermie eignen und welchen Ertrag man erwarten kann.
Welche Systeme gibt es?
- Fußbodenheizung: behaglich, aber träge (langsame Regelung).
- Wandheizung: viel Strahlungswärme, schnelle Reaktion, keine Möbel direkt davorstellen.
- Radiatoren: klassische Heizkörper, mit Thermostatventilen regelbar.
- Fußleistenheizung: Sonderlösung, z. B. bei feuchten Wänden.
Warum sind Niedertemperatursysteme effizienter?
Weil große Heizflächen weniger Vorlauftemperatur brauchen. Das spart Energie und ist ideal für Wärmepumpen und Solarsysteme.
Was ist ein Smart Meter?
Ein digitaler Stromzähler, der den Verbrauch automatisch an den Netzbetreiber meldet. Vorteil: genaue Abrechnung, weniger Nachzahlungen, transparente Verbrauchsdaten.
Muss ich einen Smart Meter akzeptieren?
Ja, digitale Zähler sind Pflicht. Wer keine Datenübertragung will, kann ein Opt-Out beantragen – der Zähler arbeitet dann wie ein Standardzähler ohne Fernübertragung.
Wie setzt sich meine Stromrechnung zusammen?
- Energiepreis: Verbrauch + Grundgebühr
- Netznutzung: Netzgebühr + Messkosten
- Abgaben/Steuern: Elektrizitätsabgabe, Umsatzsteuer, ggf. Ökostrompauschale
Wie hoch ist der Stromverbrauch eines Haushalts?
Ein 4-Personen-Haushalt verbraucht im Schnitt 4.000 kWh pro Jahr – das entspricht aktuell ca. 800–1.600 € Kosten, je nach Vertrag.
Wo wird am meisten Strom verbraucht?
- Küchengeräte & Kochen: ca. 25 %
- Kühl- & Gefriergeräte: 14 %
- Warmwasser & Heizungspumpen: 23 %
- Beleuchtung & Unterhaltungselektronik: ca. 20 %
Wie kann ich Strom sparen?
- Kühlschrank: +5 bis +7 °C, regelmäßig abtauen
- Wäsche: 30–40 °C, Lufttrocknen statt Trockner
- Beleuchtung: LED statt Glühbirne
- Geräte: Standby vermeiden, Steckerleisten nutzen
- Warmwasser: auf 55–60 °C begrenzen
Was hat sich am EU-Energielabel geändert?
Seit 2021 gilt wieder die klare Skala A–G. A+, A++ und A+++ entfallen. Ein QR-Code führt zu einer EU-Datenbank mit Zusatzinfos.
Worauf soll ich beim Kauf achten?
Nicht nur auf die Klasse, sondern auch auf den tatsächlichen Verbrauch in kWh pro Jahr oder Zyklus. Große Geräte können trotz A-Klasse mehr Strom brauchen als kleine mit B-Klasse.
Was zeigt eine Thermografie?
Wärmebilder decken Schwachstellen in der Gebäudehülle auf – z. B. schlecht gedämmte Bauteile oder Undichtheiten.
Wann ist eine Thermografie sinnvoll?
- Im Winter bei kalten Außentemperaturen (es sollte zwischen Innen- und Außenbereich eine Temperaturdifferenz von mindestens 20 Kelvin vorhanden sein)
- Nach einer Sanierung zur Qualitätskontrolle
- Zum Auffinden von Leckagen, Wärmebrücken oder Leitungen
Was ist eine Luftdichtheitsmessung (Blower-Door-Test)?
Ein Ventilator erzeugt Unter- oder Überdruck, um Undichtheiten in der Gebäudehülle aufzuspüren. Ergebnis ist die Luftwechselrate (n50).
Vorgaben:
- Neubau: max. 3,0 h⁻¹
- Mit Lüftungsanlage: max. 1,5 h⁻¹
- Passivhaus: max. 0,6 h⁻¹
Welche kleinen Maßnahmen bringen viel?
- Raumtemperatur um 1 °C senken = ca. 6 % weniger Heizenergie
- Heizkörper nicht verstellen, regelmäßig entlüften
- Stoßlüften statt Kippen
- Rollos & Vorhänge nachts schließen
Wie kann ich beim Konsum sparen?
- Mehrweg statt Einweg, Recyclingpapier, regionale & saisonale Produkte
- Carsharing, Öffis oder Rad statt Auto
- Unerwünschte Werbung abbestellen – spart Papier und Energie
